![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Ausbildung für alle12. DEZEMBER 20073.500 Jugendliche demonstrieren für Ausbildung und ÜbernahmeÜber 3.500 Jugendliche aus ganz Bayern demonstrierten am 24.11.07 in Nürnberg für Ausbildungsplätze und die Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis. Lautstark und mit kreativen Outfits zogen die Schüler, Auszubildenden und jungen Arbeitslosen in einem Protestmarsch durch die Nürnberger Innenstadt. Höhepunkt des von der IG Metall Jugend Bayern organisierten Aktionstages „Für Ausbildung und Übernahme“ war die Abschlusskundgebung mit anschließender Party auf dem Nürnberger Kornmarkt.Dort sprach neben Vertretern der Gewerkschaftsjugend auch Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske zu den Demonstrationsteilnehmern. Bsirske kritisierte scharf die Haltung von Politik und Wirtschaft zu den Forderungen der Jugendlichen nach beruflicher und finanzieller Sicherheit. Es sei ein gesellschaftlicher Skandal, dass das Problem fehlender Ausbildungsplätze heruntergespielt wird, während hunderttausende Jugendliche ohne Ausbildung oder festen Arbeitsplatz da stünden. „Ihr seid die Zukunft, ihr wollt Sicherheit, und das zu Recht. Ihr zeigt heute Flagge dafür, damit die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft endlich aufwachen“, rief Bsirske den Jugendlichen zu. "Wir brauchen Zukunft..." Zur Auftaktkundgebung des Aktionstages auf dem Nelson-Mandela-Platz in Nürnberg waren rund 3 000 Jugendliche gekommen. Als Symbol für den gescheiterten bayerischen Ausbildungspakt wurde dort eine Mauer von den Demonstrationsteilnehmern eingerissen. „Der Ausbildungspakt hat verhindert, dass jeder Jugendliche in Bayern einen Ausbildungsplatz bekommen hat“ so Eric Leiderer, Bezirksjugendsekretär der IG Metall in Bayern. „Wir brauchen keine Geschenke oder Pakte, wir brauchen Zukunft durch Ausbildung und Arbeitsplätze. Staatsregierung und Unternehmen müssten endlich handeln. Wir haben eine ganz klare Botschaft: Weg mit dem Ausbildungspakt, her mit der Ausbildungsplatzumlage.“ Vor der Industrie- und Handelskammer in Nürnberg legten die Demonstrationsteilnehmer mehrere tausend Postkarten nieder, die bayerische Jugendliche an die Verbandsvertreter geschrieben haben. „In der IHK sitzen nicht nur die Verantwortlichen für die Ausbildungsmisere“, sagte der Bezirksjugendsekretär des DGB Bayern, Mario Patuzzi, „dort sitzen auch die, die das Problem klein reden und eine gesetzliche Umlagelösung verhindern. Es ist ein Schlag ins Gesicht der Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz, wenn die IHK nur mit Rechenspielereien hantiert. Wir reden nicht über Bilanzen, sondern über die konkreten Zukunftsperspektiven jedes einzelnen Jugendlichen.“ Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly wies in seiner Rede auf die besondere Verantwortung von Staat und Gesellschaft hin. Er bezeichnete es als großen Fehler „wenn jungen Menschen einfach gesagt wird, wir haben für euch nichts.“ Tausende fehlende Ausbildungsplätze zeigten, „wer sich der Verantwortung entzieht, muss über andere Wege herangezogen werden. Maly forderte eine politische Initiative für die Ausbildungsumlage. „Nicht nur die Wirtschaft steht in der Pflicht sondern auch der Staat.“ Der könne mit der Umlage auch dafür sorgen, „dass insbesondere kleinere Betriebe, die über ihre Kapazität ausbilden, finanziell entlastet werden.“ Überbetriebliche Ausbildungsplätze gefordert Der Vorsitzende der DGB-Region Mittelfranken, Stephan Doll betonte abschließend die Rolle von Landesregierung und Kommunen, die im Öffentlichen Dienst in Bayern selbst ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen müssten. „Wir fordern eine Ausbildungsquote von 7 Prozent in allen Verwaltungen und Betrieben des Landes und der Kommunen.“ Dies würde tausenden Jugendlichen einen qualifizierten und sicheren Einstieg ins Berufsleben ermöglichen. Doll kritisierte zudem die Zweckentfremdung der Überschüsse der Bundesagentur für Arbeit, „die nicht dazu da sind, die Haushaltslöcher des Bundesfinanzministers zu stopfen“. Doll forderte: „Damit müssen überbetriebliche Ausbildungsplätze geschaffen werden, für Jugendliche, die zum Teil seit Jahren keinen Ausbildungsplatz erhalten haben.“ Dies sei vorausschauende Arbeitsmarktpolitik, die Arbeitslosigkeit durch Ausbildung und Qualifizierung vermeidet und langfristig Kosten spart. |
![]() | dzgu.net Aktuell7. Februar 2007
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